Richtlinie zur Stärkung der Forschung in der Geriatrie und Gerontologie

Hintergrund

Die Chancen, gesund zu altern und lange zu leben, stehen heute besser denn je. Rund viereinhalb Millionen Menschen (5,4 % der Bevölkerung) sind 80 Jahre oder älter, und ihre Zahl wird in den nächsten Jahrzenten noch deutlich zunehmen. Allerdings werden auch in Zukunft wenige Menschen ihren letzten Lebensabschnitt vollständig gesund und selbstständig erleben können. Hierin liegt eine große Herausforderung für die Gesellschaft und das Gesundheits­system. Von den heute über 65-Jährigen sind viele chronisch krank und haben eine, meist sogar mehrere Krankheiten, die sie beeinträchtigen. Mit zunehmendem Alter steigt zudem oftmals auch die Pflegebedürftigkeit. Es gilt nicht nur solche Krankheiten zu erforschen, die im Alter zunehmen, wie beispielsweise Demenz, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenso werden kontinuierlich neue, effektive, praktikable und kosteneffiziente Ansätze benötigt, die sich mit der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, der Rehabilitation und Prävention bei älteren Patient­innen und Patienten befassen. Hierzu ist eine geriatrische Forschung notwendig, die die Besonderheiten älterer Patientinnen und Patienten angemessen berücksichtigt.

Ziel und Gegenstand der Förderung

Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, Anreize zur Stärkung der Altersforschung in Deutschland in Bedarfsregionen zu geben und eine nachhaltige Profilbildung von ausgewählten Hochschulstandorten in den Fach­disziplinen der Geriatrie und Gerontologie zu unterstützen.

Das Förderangebot richtet sich an Hochschulen, die einen Lehrstuhl oder eine selbstständige Abteilung für Geriatrie oder Gerontologie neu einrichten möchten. Parallel wird auch bereits bestehenden Instituten oder Abteilungen für Geriatrie und Gerontologie die Gelegenheit gegeben, ihre Forschungskapazitäten durch die Gründung von Nachwuchsgruppen zu erweitern.

Das Förderangebot beinhaltet zwei eigenständige Module: die Anreizsetzung für die Einrichtung von Professuren (Modul 1) sowie die Etablierung von Nachwuchsgruppen (Modul 2) in den Fachdisziplinen Geriatrie und Gerontologie. Dabei erfolgt die Unterstützung durch das BMBF in den beiden Modulen über die Förderung konkreter Forschungsprojekte. Diese sollen relevante und zukunftsgerichtete Themen mit Bezug zur Versorgungsforschung in den Bereichen Geriatrie und Gerontologie bearbeiten. Dies schließt Forschungsprojekte, die Aspekte der Pflegeforschung berücksichtigen, explizit mit ein.

Zielgruppe
Antragsberechtigt sind deutsche staatliche und nicht-staatliche Hochschulen mit einer medizinischen, gesundheitswissenschaftlichen oder soziologisch/psychologisch orientierten Fakultät.

Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind möglich z. B. im Kontext der gemeinsamen Nutzung von Forschungsressourcen. Antragsteller muss jedoch immer eine Hochschule sein.

(Quelle: BMBF)

Zur Förderbekanntmachung
 
 

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